Wappen der Marktgemeinde Sillian





Bezirksbäuerinnentag Osttirol 2016 in Sillian

Geschrieben von: Kraler Johanna, 02.11.2016

bezirksbaeurinnentag 28102016
Am 28. Oktober 2016 feierten die Osttiroler Bäuerinnen ihren Bezirkstag in Sillian. Der Festtag, welcher von den Oberländer Gebieten „Sillian/Gailtal“ und „Pustertal/Villgratental“ in Zusammenarbeit mit dem Bezirksausschuss organisiert wurde, begann um 13.30 Uhr in der Pfarrkirche Sillian mit einer Hl. Messe, welche von Dekan Anno Schulte-Herbrüggen feierlich zelebriert wurde.
Bereits die Hl. Messe war in Predigt und Texten ganz dem Festthema „Wertschätzung – Werte schätzen“ verschrieben. Für die musikalische Umrahmung der Hl. Messe neben dem Volksgesang zeichnete das „Horntrio aus Heinfels“ verantwortlich.
 
Im Anschluss fanden sich die Festgäste im Kulturzentrum Sillian ein. Nach einer kleinen Stärkung bei Kaffee und Kuchen konnte Bezirksbäuerin Michaela Pitterl neben den zahlreich erschienen Bäuerinnen aus dem gesamten Bezirk auch etliche Ehrengäste begrüßen. Unter ihnen Landesbäuerin-Stv. und LK-Vizepräsidentin ÖRin Helga Brunschmid, mehrere Bürgermeister und BB-Obmänner des Osttiroler Oberlandes, JBLJ-BO Harald Wilhelmer, JBLJ-BL Greta Oberegger und JBLJ-GO Peter Köck.

BB Michaela Pitterl spiegelte in ihrem Tätigkeitsbericht die umfangreiche Arbeit der Bäuerinnenorganisation auf Bezirksebene wider und die vielen Aktivitäten bewiesen den großen Einsatz der Bäuerinnen, welcher sich bis in jede Ortsgruppe hinein weiter vervielfältigt.
Im Anschluss präsentierte BB-Obm. GV Peter Leiter, in Vertretung von Bgm. Hermann Mitteregger, die Marktgemeinde Sillian in Wort und Bild.

Als Referent zum Festthema „Wertschätzung – Werte schätzen“ durfte BB Pitterl Gottfried Hochgruber aus St. Lorenzen bei Bruneck begrüßen. Der gelernte Tischler ist seit Jahren Experte auf dem Gebiet der Kräuter und outete sich im Zuge des Referates als wahrer Lebenscoach.
Hier einige Auszüge aus seinem interessanten und mitreißenden Vortrag:
-       Wir schätzen immer unsere Arbeit wert – viel wichtiger ist es, dass wir uns selber wertschätzen.
-       Immer nur anderen zu dienen ist der falsche Weg, die Bäuerinnen sollten stolz auf sich selber sein. Stolz ist keine Sünde, wie es die Kirche früher immer vermittelt hat. Sünde sind Hochmut und Arroganz, aber nicht Stolz.
-       Man bringt den Bäuerinnen die Wertschätzung zu wenig nahe, aber auch deshalb, weil sie zu wenig stolz auf sich selbst sind.
-       Auch Bäuerinnen haben das Recht zu verreisen, sich etwas zu gönnen, sich an etwas zu erfreuen. Nicht immer nur arbeiten.
-       Wichtig wäre es, den Menschen Hof, Feld und Arbeit zu erklären (mit Freude), dann können Außenstehende dies alles wieder mehr schätzen.
-       Am Hof ist immer die Bäuerin die treibende Kraft. Das Problem ist, dass sie oft vom Bauer selbst in ihren Ideen und in ihrem Tun gebremst wird.
-       Die Kultur wird im Haus gelebt, nicht im Stall oder im Stadel. (Die Volksheilkunde kommt von den Frauen, das Kind wird von der Mutter getröstet, die Zusammenkünfte finden in der Küche statt, …..)
-       Viele meinen, immer nur dankbar sein zu müssen. Vielfach bleibt aber die Freude auf der Strecke, weil die Arbeit (vor allem im landwirtschaftlichen Bereich) immer im Übermaß ist. – Die Freude ist das Wichtige, nicht die Arbeit.
-       Freude am Leben ist das Wichtigste, dann kommt die Wertschätzung ganz von allein.
-       Vieles hat damit zu tun, ob man am Ende des Tages mit dem zufrieden ist, was man getan hat und nicht nur fertig ist vom arbeiten, arbeiten, arbeiten.
-       Die Menschen haben sich sehr weit von der Natur entfernt. Jedoch kann uns im Endeffekt nur die Natur heilen, niemals die Chemie.
-       Die Menschen heute sind müde und krank, denn verpackte Ware ist tote Ware. Ohne bäuerliche Produkte in ihrer ganzen Vielfalt und Nahrhaftigkeit wird es über kurz oder lang keine Zukunft geben.
-       Man muss beginnen, die eigenen Produkte wieder wertzuschätzen. Auch jene, die die Natur jedem einzelnen von uns bietet. Als Beispiel erwähnt er die gesunde und heilbringende Kraft der Löwenzahnwurzel.
-       Man meint immer, man müsse Handschuhe tragen beim Arbeiten. Aber bei der Arbeit im Garten und im Stall nimmt man keinen Keim auf. In der sterilen Umgebung eines Krankenhauses schon. Man vertraut heute der Chemie mehr als der Natur. Jeder könne gleich 10 Medikamente aufzählen, aber bei 5 (Heil-) Kräutern tun sich die allermeistern schon schwer.
-       Die Menschen müssen wieder viel mehr dazu animiert werden in der Natur zu arbeiten.
-       Der Mensch kann drei Leben leben: 1. Das Private, 2. Das Öffentliche, und 3. Das Leben das andere sich ausdenken …. Und in diesem 3. Leben finden sich die meisten wieder!
-       Heute ist die Gier das Problem, dadurch verliert man die Wertschätzung.
-       Wichtig ist die Vielfalt, nicht die Masse.
-       Es ist auch wichtig, immer wieder etwas (im Leben) zu verändern, neues auszuprobieren und zuzulassen. Wenn immer alles gleich abläuft, dann wird immer wieder Weihnachten, und keiner weiß warum, wenn immer nur gearbeitet, gearbeitet, gearbeitet wird.

Eckpunkte zu diesem überaus interessanten und amüsanten Vortrag ließen sich noch lange fortsetzen. Gottfried Hochgruber hat jedem Impulse zum (Nicht-)Tun und mit-, weiter- und umdenken mit auf dem Weg gegeben.
Weiters konnten die Festteilnehmer den heiteren und nachdenklichen Betrachtungen von Anna Moser, Kufsteiner Bezirksbäuerin-Stv. und Bergbäuerin aus Alpbach, lauschen.

Im Zuge dieses Bezirksbäuerinnentages konnte auch an zwei Oberländer Betriebe die Sicherheitsplakette der SVB überreicht werden:
Katharina und Franz Schneider, Peisserhof, Sillian und Bernadette und Reinhold Weis, Waldhuberhof, Assling.
(Die Sicherheitsplakette ist eine Auszeichnung für jene Betriebe, die besonderen Wert auf Sicherheit in ihren Betrieben legen. Die Zuerkennung dieser Auszeichnung unterliegt strengen Kriterien.)

Aber auch eine verdiente Bäuerin konnte ausgezeichnet werden: Theresia Goller aus Anras war 19 Jahre Ortsbäuerin und konnte in dieser Zeit mit Einsatz und Engagement viel umsetzen und erreichen. Ihr wurde die „Silberne Ehrenbrosche der Tiroler Bäuerinnenorganisation“ verliehen.

Zum Thema Wertschätzung konnte Julia Fersterer (Beraterin in der LK Lienz) abschließend die Ehrengäste Landesbäuerin-Stv. LK-Vizepräsidentin ÖRin Helga Brunschmid, Bezirkshauptfrau-Stv. Dr. Karl Lamp, JBLJ-BL Greta Oberegger und Bgm. Matthias Scherer für ein kurzes Gespräch gewinnen.

Als kleines Gastgeschenk konnte sich jede/r Festteilnehmer/in über ein Gläschen Räucherwerk freuen. Für die musikalische Umrahmung des Festaktes sorgten „zwoa und oans“ sowie „droiSTimmig“ aus Innervillgraten.
Bei einer pikanten Jause klang der Festtag am frühen Abend aus.
 

Text und Fotos: Johanna Kraler










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